Click and Meet

Click and Meet
Was bedeutet das?
Besonders für die ältere Generation sind die englischen Begriffe nicht so selbstverständlich wie für die Jüngeren. So ist es nicht verwunderlich, wenn sich einige von ihnen gar nicht erst auf den Weg zum Einkauf machen.

Seit Dienstag gilt in Kiel das Shopping-Modell „Click & Meet“. Doch viele Unternehmer sind unsicher, ob das der Wirtschaft wirklich hilft. „Ich rechne fest damit, dass weniger Kunden und Kundinnen kommen“, sagt Adrian Zorndt, Technischer Leiter des Sophienhofs. Diese Erfahrungen seien bereits in anderen Städten, etwa Hamburg, gemacht worden. „Click & Meet“ sei eine Hemmschwelle – trotz Terminvereinbarung vor Ort.

Am ersten „Click& Meet-Tag“ läuft das Geschäft tatsächlich nur schleppend. Wenige Kunden sind am Mittag im Sophienhof unterwegs. „Hier ist überhaupt nicht viel los“, sagt Elke Lindenau, Mitarbeiterin im Modegeschäft Aust. „Aber es versteht auch niemand, wie ,Click & Meet’ funktioniert.“ Sie selbst wisse auch nicht, wie sie mit den Kunden umgehen soll, wenn sich eine Schlange vor der Tür bilde. „Ich schmeiße niemanden nach 30 Minuten wieder raus, damit andere Kunden kommen dürfen. Man braucht ja Zeit, um sich neue Kleidung zu kaufen.“ Ohnehin hätte niemand Lust, sich beim Shoppen erst anstellen zu müssen.

Auch bei Walbusch ist wenig Kundschaft. „Das braucht zwei bis drei Tage, bis die Leute das System verstehen und wieder einkaufen. Ich kenne das aus anderen Regionen“, sagt Regionalleiterin Petra Schiml. „Wir sind zuversichtlich. Das muss man in diesen Zeiten sein.“ Weniger zuversichtlich ist Harald Rottes aus der Geschäftsführung des Citti-Parks. „Mein erster Eindruck ist, dass die Kunden und Kundinnen sehr zurückhaltend sind. Wir rechnen mit großen Einbußen.“ Viele Menschen riefen an, weil sie nicht wüssten, wie sie sich anmelden sollen. Dabei sei in „systemrelevanten“ Geschäften weder ein Termin noch die Erhebung der Kontaktdaten notwendig. In anderen Läden könnten die Termine spontan vor Ort ausgemacht werden. „Insgesamt hat sich da abseits der Kontakterhebung nichts geändert“, so Rottes. Citti will nun mit einer Werbekampagne über die Corona-Maßnahmen aufklären.

Unter den Arkaden in der Holtenauer Straße hingegen herrscht am Dienstagmittag etwas mehr Betrieb als in den Shopping-Centern. „Heute bin ich bislang positiv überrascht“, sagt Stefan Schneider, Geschäftsführer vom Spielzeugladen „Höhenflug“, der auch zum Vorstand des Vereins „Die Holtenauer“ gehört. Gefühlt herrsche normaler Betrieb. Er gehe dennoch von massiven Umsatzeinbrüchen aus. „Bei den Kunden und Kundinnen gibt es durch das Hin und Her der Corona-Regeln eine große Verunsicherung“, sagt er. Shopping-Termine für Höhenflug lassen sich zwar vorab online buchen. „Das wird in den meisten Fällen gar nicht nötig sein“, so Schneider. Denn nach wie vor könnten zehn Kunden und Kundinnen gleichzeitig in sein Geschäft und auch spontan einen Termin bekommen. Dann könne man sich einfach mit der Luca-App oder auf einem Papier-Kontaktformular registrieren.

Quellenangabe: Kieler Nachrichten vom 07.04.2021, Seite 25

 

So sind die Regeln zum Einkauf

(immer unter Vorbehalt der Änderung)

Kiels Unternehmer fürchten, dass der Begriff „Click & Meet“, den auch die Landesregierung verwendet, Kunden abschreckt. Die Läden bleiben offen. Wichtig ist vor allem die Erfassung der Kontaktdaten. „Unsere Mieter müssen jeden Kunden erfassen und die Kontaktdaten aufnehmen“, sagt Harald Rottes aus der Geschäftsführung im Citti-Park. Er verweist aber darauf, dass das Erfassen zur möglichen Kontaktnachverfolgung nicht bedeutet, dass vorab im Internet ein Termin gebucht werden muss. So suggeriert es der Begriff ursprünglich. Inzwischen sind die Vorgaben aufgeweicht: So kann der Termin auch spontan per Zuruf vor der Ladentür vereinbart werden. Konkret heißt das: Die Händler müssen zuallererst dafür sorgen, dass Kunden nicht einfach ins Geschäft strömen, sondern vorher registriert sind.
Das Registrieren kann auch der Kunde selbst erledigen, wenn er und das Geschäft beispielsweise eine Anwendung wie die App „Luca“ nutzen. Harald Rottes befürchtet auch deshalb etwas Rückstau vor den Läden, weil nicht jeder Kunde ein Smartphone oder so eine App besitzt. Gerade den Mietern mit großen Flächen im Citti-Park dürften organisatorische Herausforderungen und extreme Umsatzeinbußen ins Haus stehen. Auch Silke Aumann vom Schuh-Geschäft Aumann Authentics in der Holtenauer Straße mag den Begriff „Click & Meet“ gar nicht. „Er wird von vielen Kunden nicht verstanden“, sagt sie. „Ich hoffe, dass die Menschen wissen, dass wir auch hier sind.“
Im Citti-Park wie im Sophienhof sind die Centermanagements bereits dabei, die Umsetzung der Regeln vorzubereiten. Und doch kalkuliert auch Karsten Bärschneider vom Sophienhof Irritationen bei den Kunden ein: „Ich fürchte, dass sich der eine oder andere gar nicht auf den Weg macht.“ Rottes betont, dass die „Terminvereinbarung“ auch per Klopfen funktioniert. „Das wird von uns immer wieder betont, und wir bewerben das jetzt auch.“ wcz

Quellenangabe: Kieler Nachrichten vom 03.04.2021, Seite 25

Familientreffen, Shopping, Ausflüge: Was ist erlaubt, das ist verboten

Mit wie vielen Menschen darf man sich zurzeit treffen?

In weiten Teilen des Landes gilt die Fünf-aus-Zwei-Regel: Im privaten wie auch öffentlichen Raum dürfen maximal fünf Personen aus zwei Haushalten zusammenkommen. Kinder unter 14 Jahren aus diesen Haushalten werden nicht mitgezählt. Paare gelten als ein Haushalt, auch wenn sie nicht zusammenwohnen.

Allerdings hat Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) die Menschen aufgerufen, auf private Treffen möglichst komplett zu verzichten, weil die Infektionsgefahr durch das mutierte Coronavirus ungleich größer ist.

Günther bat darum, zumindest eine dieser zwei Bitten zu beherzigen.

In weiten Teilen des Landes gilt die Fünf-aus-Zwei-Regel: Im privaten wie auch öffentlichen Raum dürfen maximal fünf Personen aus zwei Haushalten zusammenkommen. Kinder unter 14 Jahren aus diesen Haushalten werden nicht mitgezählt. Paare gelten als ein Haushalt, auch wenn sie nicht zusammenwohnen. Gegebenenfalls sollten Zusammenkünfte auf die Terrasse verlegt werden und Masken getragen werden.

Mal ein Rechenbeispiel: Dürfen Eltern mit zwei Kindern ein Großelternpaar zusammenkommen?

Nur, wenn mindestens ein Kind unter 14 Jahre alt ist. Ansonsten ist eine Person zu viel an Bord.

Darf sich eine junge Frau mit ihren zwei besten Freundinnen treffen?

Nur, wenn die Freundinnen zusammen in einem Haushalt leben.

Und was ist, wenn eine sechsköpfige Familie zumindest den Großvater an den Kaffeetisch bittet?

Das geht! Besteht ein Haushalt aus mehr als fünf Personen, so darf sich dieser mit einer weiteren Person eines anderen Haushaltes treffen, heißt es in der Landesverordnung. Auch hier zählen Kinder unter 14 Jahren nicht mit. „Es spielt keine Rolle, wo die Zusammenkunft stattfindet.“

Ist Shopping möglich?

In einigen Regionen ja, in anderen nein. In Kiel durften die Läden vor Ostern zunächst ein letztes Mal wie bisher öffnen, ab Dienstag ist nur noch Termin-Shopping erlaubt. In Neumünster ist dieses Prinzip, neudeutsch Click & Meet genannt, bereits geübte Praxis. Kunden dürfen ein Geschäft nach Vereinbarung und nach Angabe ihrer Kontaktdaten betreten. Eine Terminreservierung kann gegebenenfalls per Zuruf auch an der Ladentür erfolgen. In den Kreisen Plön und Rendsburg-Eckernförde gelten die lockeren alten Regelungen nach den Feiertagen weiter.

Gilt das auch für Bad Segeberg und Norderstedt?

Nein, die Öffnung des Einzelhandels hängt von den regionalen Infektionswerten ab. Die jeweils aktuellen Informationen zu den Kreisen sind im Internet hier zu finden: https://schleswig-holstein.de/coronavirus-kreise. Aufgrund einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 100 hat die Landesregierung in den Kreisen Segeberg und Pinneberg sowie der Stadt Flensburg die Corona-Auflagen schon ab Gründonnerstag verschärft. Der Einzelhandel des täglichen Bedarfs bleibt geöffnet. Allerdings darf nur eine Person pro Haushalt ein Geschäft betreten. Das gilt auch für Wochenmärkte. Alle anderen Läden bleiben geschlossen, vorbestellte Waren dürfen an der Ladentür abgeholt werden. Eingeschränkt sind auch private Zusammenkünfte: Im öffentlichen und privaten Raum sind in den genannten Regionen nur Treffen eines Haushalts mit einer weiteren Person erlaubt. Kinder unter 14 Jahren, die zu den Haushalten gehören, zählen nicht mit.

Keine Lust zu kochen: Ist essen gehen erlaubt?

Nein, immer noch nicht. Gaststätten bleiben geschlossen. Der Außer-Haus-Verkauf ist allerdings ebenso erlaubt wie der Lieferservice.

Ist irgendwo ein Schwimmbad geöffnet?

Nein, die bleiben landesweit ebenso geschlossen wie Saunen und Freizeitparks. Tierparks dagegen, botanische Gärten und Museen dürfen unter Auflagen öffnen.

Darf man mit Freunden im Park oder am Strand ein Bier trinken?

Nur alkoholfreies. In der Öffentlichkeit sind der Ausschank und der Verzehr von alkoholhaltigen Getränken weiterhin untersagt. Auch Außengastronomie ist landesweit nicht gestattet.

Darf die Familie die Großmutter im Seniorenheim besuchen?

Durchaus. Die Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeeinrichtungen sollen grundsätzlich im selben Umfang Besuch erhalten wie Menschen im eigenen Zuhause. Die Begrenzung von maximal zwei registrierten Personen gilt nicht mehr. „Da die Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen inzwischen überwiegend gegen Covid-19 geimpft wurden und einen hinreichenden Impfschutz haben, sind die Voraussetzungen geschaffen, Besuche wieder von mehr Personen und täglich zu ermöglichen“, teilt die Landesregierung mit. Die Heime müssen allerdings eigene Hygienekonzepte haben.

Kürzlich hatten Kanzlerin und Länderchefs die Kirchen gebeten, auf Gottesdienste zu verzichten. Was gilt denn nun?

Die Gemeinden haben sich mit Blick auf das christlich so zentrale Osterfest gegen weitere Beschränkungen gewehrt und auf Hygienekonzepte hingewiesen. Mit Erfolg: Gottesdienste sind mit bis zu 50 Personen innerhalb geschlossener Räume und 100 Personen im Freien gestattet. Der Gemeindegesang ist innerhalb geschlossener Räume untersagt. Die Teilnehmer haben auch am Platz einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Das gilt nicht für Pastoren und Pfarrer.

Und was ist mit einem Ausflug an die See?

Der ist grundsätzlich möglich – auch wenn weiterhin das touristische Beherbergungsverbot gilt und Hotels und Pensionen geschlossen bleiben. Eigentümer von Ferienwohnungen dürfen diese nutzen, mehr noch: Sie dürfen sie auch Verwandten oder Freunden überlassen – allerdings nur unentgeltlich. Tagesausflüge sind erlaubt. An den Küstenorten erwartet man deshalb über Ostern den ersten Ansturm dieses Jahres. Nikolas Häckel, Bürgermeister der Gemeinde Sylt, appellierte allerdings dringend an alle Auswärtigen, doch bitte zu Hause zu bleiben. Und in St. Peter-Ording riet Tourismus-Direktorin Katharina Schirmbeck Campern von einer Anreise ab: Es gebe keine Stellplätze. „Wildes Campen ist verboten und wird mit Geldbußen von 100 Euro zuzüglich Bearbeitungsgebühr bestraft.“ Vieles dürfte vom Wetter abhängen.

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Seniorenbeirat Kiel