2G plus und die vier Ausnahmen

Regel-Chaos: Nicht jeder muss im Restaurant oder beim Sport ein negatives Testergebnis vorlegen

Kiel. Verwirrung um die 2G-plus-Regel in Schleswig-Holstein: Nachdem die Landesregierung mehrere Ausnahmen von der Testpflicht beschlossen hat, blicken viele Menschen nicht mehr durch. Müssen Genesene und frisch Geimpfte noch ein negatives Ergebnis vorlegen, um im Fitnessstudio trainieren oder im Restaurant essen zu können, oder nicht?

Offenbar herrscht nicht überall das gleiche Verständnis über die aktuellen Regeln. So entsteht etwa manche Diskussion an den Gaststätten-Türen. Auch darüber, wie Betroffene ihre Berechtigung nachweisen können. Hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

■ Was bedeutet 2G plus?

Die Abkürzung steht für die Regel, dass nur Menschen Zutritt haben, die entweder vollständig gegen das Coronavirus geimpft oder davon genesen sind, und zusätzlich ein aktuelles, negatives Testergebnis vorlegen können. Wer nicht geimpft ist, kommt also nicht rein.

■ Wo gilt 2G plus?

Am stärksten betroffen sind sicherlich Gastronomie und Sport. In Restaurants und Kneipen zum Beispiel müssen die Nachweise aber nur für die Innenbereiche erbracht werden. Auf der Terrasse und im Biergarten hingegen nicht. 2G plus gilt auch beim Sport in Fitnessstudios, Schwimmbädern und Turnhallen sowie in Saunen, anderen Wellnesseinrichtungen, Whirlpools und Dampfbädern.

Wer im Hotel oder in einer Ferienwohnung übernachten will, muss bei Ankunft die 2G-plus-Nachweise vorlegen. Für dienstliche oder gewisse sogenannte sozialethische Übernachtungen werden Ausnahmen gemacht.

Körpernahe Dienstleistungen sind auch von 2G plus betroffen, sofern die Kunden währenddessen keine Maske tragen können. Für alle gilt: Ergebnisse von Antigen-Schnelltests dürfen höchstens 24 Stunden alt sein, bei PCR-Tests sind es 48 Stunden. Friseure können hingegen unter 3G arbeiten, Ungeimpfte haben Zutritt mit einem negativen Test.

■ Welche Ausnahmen gibt es?

Insgesamt vier nach aktueller Landesverordnung. Demnach sind Menschen mit Booster-Impfung gegen das Coronavirus nicht von der Testpflicht in Restaurants, in Fitnesscentern oder beim Vereinssport betroffen. Wer frisch doppelt geimpft ist, muss auch kein Ergebnis vorlegen. Das allerdings nur, wenn die zweite Impfung mindestens 14 Tage her ist, aber nicht länger als drei Monate zurückliegt. Zu den Ausnahmen zählen ebenfalls Menschen, die mindestens 28 Tage, aber höchstens drei Monate vom Coronavirus genesen sind sowie Genesene, die doppelt geimpft sind. Für alle gilt, dass sie trotz Test-Ausnahme ihre Nachweise über Impfungen und Genesung sowie über ihre Identität vorlegen müssen.

■ Wer ist verantwortlich?

Während im Einzelhandel Kunden statt Geschäftsinhaber zur Verantwortung gezogen werden, wenn sie gegen die dortige 2G-Regel verstoßen, ist es in den Bereichen mit 2G plus andersherum. Im Restaurant zum Beispiel ist der Wirt in der Pflicht, seine Gäste auf die Nachweise zu kontrollieren. Er muss mit Strafen rechnen, wenn er jemanden ohne Nachweis bewirtet.

■ Vor welchen Problemen stehen die Gastwirte in Schleswig-Holstein?

„Die Betriebe haben extrem viel Aufklärungsarbeit, welcher Gast nun unter welche Regelung fällt. Da sind die Ausnahmen schon schwer zu verstehen“, kritisiert Stefan Scholtis, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands Schleswig-Holstein. Der Aufwand, das alles zu kontrollieren, sei kaum leistbar. Vor allem, weil in der App, mit der die QR-Codes der Gäste gescannt und geprüft werden, seiner Ansicht nach auf den ersten Blick zu erkennen ist, ob der Status nun den Zutritt nach den jüngst beschlossenen Ausnahmen zulässt oder nicht. Laut Kieler Gesundheitsministerium können Gastwirte nach ihrem Hausrecht auch auf die Anwendung der Ausnahmen verzichten. Davon mache laut Stefan Scholtis jedoch kaum ein Betrieb Gebrauch. „Jeder wird versuchen, alle hineinzulassen, die auch hinein dürfen.“

■ Wie wird der Status nachgewiesen?

Wer seine Impf- und Genesenen-Zertifikate in der Corona-Warn-App oder in der CovPass-App gespeichert hat, kann per QR-Code auf dem Smartphone seinen Status nachweisen. Es ist allerdings auch möglich, die einzelnen Zertifikate auf Papier vorzulegen. Als Beleg für Impfungen gilt zudem weiterhin der Impfpass.

■ Was ist mit Johnson & Johnson?

Wer ursprünglich dieses Vakzin erhalten hat, braucht nun eine zweite Dosis (meistens eines mRNA-Impfstoffs), um als vollständig geimpft zu gelten, und nach drei Monaten eine dritte Spritze für den Booster-Status. Entsprechend werden die Ausnahmen angewendet.

Quellenangabe: Kieler Nachrichten vom 21.01.2022, Seite 11

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