FG Verkehr bei der KVG

Eine Perspektive für die Senior*innen?

Die Fachgruppe Verkehr des Seniorenbeirates Kiel wartete mit Spannung auf den Besichtigungstermin bei der KVG. Sind die neuen Elektrobusse seniorenfreundlich genug?

Werden sie zum Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel überzeugen?

Der Werkshof an der Werftstrasse ist noch eine große Baustelle. Es werden neue Verwaltungsgebäude, Unterstellplätze für die Busse und Ladestationen benötigt.

Das Projekt auf dem 30.000 qm grossen Gelände wird auf bis zu 30 Millionen € veranschlagt und soll bis zu 180 Bussen Parkmöglichkeiten bieten. Eine öffentliche Kantine ist ebenfalls geplant. 

Erst vor ein paar Tagen, am 08.10.2020 erfolgte die erste Abnahme der Ladestation auf dem Betriebshof in der Werftstraße. Bis Mai 2021 sollen 36 E-Busse geliefert sein.

Zu den vier Ladestationen á 450 kW auf dem Betriebshof sind bereits die in der  Adalbertstrasse und am Rungholtplatz in Betrieb. Eine Aufladung erfolgt ausschließlich über den dachseitigen Pantographen, aber im Notfall ist auch eine Ladung per Stecker möglich.

Die vollelektrischen Gelenkwagen sind 18,75 Meter lang und können rund 80 km mit einer Batterieleistung (flüssigkeitsgekühlte HighPower Batterie LpCO HPHC mit einer Energiekapazität von 169 kWh brutto) fahren und unterwegs, im Laufe des Tages an den  Endstationen nachgeladen werden. 

Auf einer Probefahrt konnte sich der Seniorenbeirat überzeugen, dass die Fahrt im Elektrobus auch für den  Fahrgast mit mehr Komfort verbunden ist: es gibt  #SH_WLAN, USB-Lademöglichkeiten, eine Klimaanlage und eine helle freundliche Innenraumausstattung.

Fazit:

Die unterschiedlichen Bankhöhen sind leider den Radkästen geschuldet. Es sind trotzdem genug ebenerdige barrierefreie Sitzplätze verfügbar. 

Positiv zu vermerken sind die nicht sofort wieder hochschnellenden Klappsitze und die ausklappbaren Rampen für Rollatoren, Rollstühle und Kinderwagen. Die Rampen funktionieren nach wie vor mechanisch, weil – speziell im Winter – die Fehleranfälligkeit deutlich geringer ist. Rote Lampen signalisieren die sich demnächst öffnenden Türen.

Zwei nebeneinander angebrachte Monitore zeigen Informationen zu den kommenden Haltestellen an. Leider ist die Anzeige, welche Tür sich demnächst öffnet, wesentlich zu klein geraten. Sicherlich kann die Softwareabteilung dort noch nachbessern und beide Informationen lesbar darstellen.

Der Geräuschpegel im Innenraum ist recht leise und der Struktur Fahrbahndecke geschuldet. Beim Anfahren wird bis zu 30 km ein Geräusch erzeugt, um die Passanten zu schützen.

Die Tickets kann man über Nah.SH online erwerben und via App am – mit einem fröhlichen Design verzierten Automaten – entwerten. Die altbewährte Stempelmethode funktioniert natürlich auch noch.

Alles in allem sollte die Entscheidung für einen Umstieg vom Auto in den Bus in Sachen Komfort nicht schwer fallen. Einziger Wermutstropfen – besonders für Senioren und nicht-so-gut-Verdienende – ist der Fahrpreis. Leider ist die KVG nicht allein für die Preisgestaltung verantwortlich, aber der Umstieg würde leichter fallen, wenn es kostenfreien Nahverkehr oder wenigstens das 1€ Ticket gäbe, für das der Seniorenbeirat schon seit längerer Zeit kämpft.

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Seniorenbeirat Kiel