Zensus 2022

Ab Montag werden die Bürger gezählt

Mehr als 200 Ehrenamtliche befragen für die Volkszählung Zehntausende Kieler

Die Pandemie machte es nicht eher möglich, nun aber startet mit einem Jahr Verspätung der Zensus 2022: In diesen Tagen werden die Benachrichtigungen verschickt, ab Montag, 16. Mai, beginnt die Volkszählung auch in der Landeshauptstadt. Jeder zehnte Kieler Haushalt erhält einen Brief mit einer Terminangabe und dem Hinweis, dass eine Teilnahme verpflichtend ist – sonst droht ein Bußgeld. Die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Wie läuft eine Befragung ab und wozu dient sie?

Das Interview dauert fünf bis zehn Minuten. Es werden ausschließlich Fragen zu Bildung, Erwerbstätigkeit, Haushalt und Wohnraum gestellt. „Es werden keine sensiblen Daten abgefragt, wie etwa nach dem Einkommen oder dem Impfstatus – dies stammt aus dem Reich der Fantasie“, sagt Matthias Kötter, Leiter der Kieler Erhebungsstelle Zensus 2022. Eine Volkszählung wird in allen EU-Ländern alle zehn Jahre durchgeführt und soll der Politik als Grundlage für ihre Entscheidung dienen. Etwa bei der Frage, wo Schulen oder Kindergärten gebaut werden müssen und wo viele ältere Menschen leben. Zudem geht es für die Kommunen um bares Geld: Zuschüsse – zum Beispiel im Zuge des Finanzausgleichs – sind stets an die Einwohnerzahl gebunden.

Wie schütze ich mich vor möglichen Betrügern?

„Trittbrettfahrer sind nicht auszuschließen, die Polizei ist über den Zensus deshalb informiert“, sagt Kötter. Die sogenannten Erhebungsbeauftragten können sich ausweisen.

Über den Termin werden Befragte stets per Brief, nie per E-Mail oder Telefon informiert.

Wer sich dennoch unsicher ist, kann die Kieler Erhebungsstelle unter Tel. (0431) 901-5841 kontaktieren. Weitere Informationen rund um den Zensus in Kiel gibt es zudem im Internet unter kiel.de/zensus. „Auch braucht niemand einen Interviewer in seine Wohnung lassen“, sagt Matthias Kötter. Anders als in den meisten anderen Bundesländern sind die Volkszähler in Schleswig-Holstein mit einem Tablet und nicht mit Papierbögen unterwegs.

Wer wird befragt?

Das Statistikamt Nord hat die Adressen so ausgewählt, dass in jeder Region genügend Menschen Daten für repräsentative Ergebnisse liefern. In Kiel sollen 20 000 Menschen aus allen Stadtteilen Auskunft geben. Zudem werden alle Bewohner in Wohnheimen und Gemeinschaftsunterkünften erhoben.

Muss ich an der Volkszählung teilnehmen?

Ja. Wer sich weigert, dem droht im schlimmsten Fall ein Zwangsgeld. „Kommen Bürger ihrer Auskunftspflicht nicht nach, so zieht das ein Mahnverfahren nach sich“, erklärt Kötter. Es genügt allerdings, wenn ein volljähriges Mitglied des Haushaltes an der Befragung teilnimmt.

Wer sind die Interviewer?

Etwa 200 ehrenamtliche Erhebungsbeauftragte hat die Stadt bereits gewinnen können, 220 sollen es am Ende möglichst sein. Die Freiwilligen erhalten für die Befragung von rund 100 Haushalten bis zu 1000 Euro als steuerfreie Aufwandsentschädigung. Die Zeiteinteilung ist jedem Interviewer selbst überlassen. Wer noch als Interviewer tätig werden möchte, kann sich auf der Internetseite des Kieler Zensus bewerben.

Wie lange dauert der Zensus in Kiel?

Geplant ist laut Kötter, die Befragung in Kiel bis Ende Juli abgeschlossen zu haben. „Ergebnisse werden erst im kommenden Jahr vorliegen“, sagt der Kieler Zensus-Leiter.

Quellenangabe: Kieler Nachrichten vom 12.05.2022, Seite 27

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Seniorenbeirat Kiel