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Endlich! Erstes „Pflegehotel“ in Kiel!

In Kiel geht am Montag das erste Pflegehotel in der Stadt an den Start. Ein Projekt, dass der Beirat für Senioren und Seniorinnen der Landeshauptstadt Kiel schon seit langem befürwortet hat.

 

Dahinter steckt ein einjähriges Pilotprojekt der DRK-Anschar-Schwesternschaft in Kiel. Es richtet sich nicht nur an Menschen mit Pflegebedarf, die dort eine Unterkunft auf Zeit erhalten können, sondern soll auch Angehörige entlasten.

 

Die Stadt Kiel will das Pflegehotel finanziell mit rund 20.000 Euro unterstützen. Es befindet sich im Anscharhaus (Kronshagener Weg 128a) in Kiel-Schreventeich im dritten Obergeschoss. Heike Jensen, Leitung des Pflegewohnheims, und Niko Parpart (Leitung Ambulanter Pflegedienst) freuen sich, dass es losgeht: „Wir sind aufgestellt, die ersten Gäste dürfen kommen“, sagt Jensen.

 

Das Angebot richtet sich an Menschen, die in ihrer eigenen Häuslichkeit leben, aber aufgrund einer besonderen Situation zeitlich befristet Unterstützung benötigen. In fünf „zweckmäßig eingerichteten Zimmern mit eigenem Duschbad/WC und Fernseher” kann laut Anschar-Schwesternschaft als ergänzende Leistung zur Kurzzeitpflege ein Programm aus „Wohnen, Pflege und Betreuung“ genutzt werden.

 

Das Pflegehotel könnte demnach Angehörige, die verreisen möchten, aber auch in einer Krise entlasten. Wer an der Ostsee Urlaub machen, aber einen Angehörigen mit Unterstützungsbedarf mitbringen will, der könne das Pflegehotel ebenfalls buchen. Niko Parpart beschreibt es so: „Die Oma, die einen Pflegedienst braucht, könnte dort auch zur 

Kieler Woche unterkommen.“

 

Wer ein Zimmer im Pflegehotel in Kiel bucht, der muss zwar keine Bettwäsche und Handtücher mitbringen, dafür bei Bedarf aber Pflegematerial, Medikamente und Hilfsmittel. 

Qualifizierte Mitarbeiter aus der Pflege übernehmen aber die Versorgung, heißt es. Heike Jensen ergänzt: „Der ambulante Pflegedienst ist 24 Stunden erreichbar.“ Unterkunft und Verpflegung sind laut DRK-Anschar-Schwesternschaft „Eigenleistung“. Der Tagessatz für Unterkunft und Verpflegung (Frühstück, Mittagessen, Abendessen) beträgt demnach 

70 Euro. Hinzu kämen 50 Euro Kosten für die Endreinigung.

 

Eine Erstattung der Kosten für die pflegerische Versorgung könnten Interessierte grundsätzlich bei ihrer Pflegekasse beantragen. Der Hausarzt könne für die Durchführung der Behandlungspflege eine Verordnung ausstellen. Niko Parpart rät: „Gäste sollten das vor dem Aufenthalt klären.“ 

 

Informationen gibt es unter der Telefonnummer 0431-149620 oder per E-Mail an Der Seniorenbeirat hatte die Einrichtung eines Pflegehotels in Kiel bereits gefordert. 

 

Es könne beispielsweise beim Übergang vom Krankenhaus ins eigene Zuhause denen helfen, die noch nicht allein zurechtkommen. 

 

Karl Stanjek, seniorenpolitischer Sprecher der Grünen-Ratsfraktion, lobte das Projekt als „Leuchtturm für ganz Schleswig-Holstein“. 

 

Die Stadt Kiel hat sich nach Angaben von Heike Jensen bereiterklärt, das einjährige Pilotprojekt im Anscharhaus finanziell zu unterstützen. Es geht dabei um eine Summe von rund 20.000 Euro für eine Erweiterung der Nachtwachen – Kosten, die die Pflegekassen bislang nicht übernehmen.


Auszug aus dem Artikel der Kieler Nachrichten vom 03.01.2026, Seite 25