Der Beirat für Seniorinnen und Senioren der LH Kiel informiert sich im 4. Polizeirevier Gaarden
Die Mitglieder der Fachgruppen Mobilität für ältere Menschen und Schutz und Sicherheit wollte sich ein Bild über den in der Presse immer wieder beschriebenen Stadtteil Gaarden machen. Ist es wirklich so katastrophal und was tut unsere Polizei dagegen?
Zunächst einmal erhielten wir zur sehr netten Bewirtung diverse umfassende Informationen über den Stadtteil und die Arbeit auf dem mit 140 Mitarbeitern 2. größten Revier in Schleswig-Holstein.
Polizeioberkommissar Szellas fasst die Arbeit auf dem Revier zusammen:
Das 4. Polizeirevier ist für einen großen und vielfältigen Bereich der Stadt Kiel zuständig. Es besteht aus der
- Führungs- und Organisationseinheit,
- den vier Schichten, die im Streifendienst tätig sind,
- dem Ermittlungsdienst sowie
- einer Einheit die zielgerichtet nur die Kriminalitätsschwerpunkte im Revierbereich bearbeitet.
Zum 4. Revier gehören ebenfalls die Polizeistationen in Dietrichsdorf und Wellsee, die als Anlaufstellen für die Bürgerinnen und Bürger in den jeweiligen Stadtteilen dienen. Auch dort befindet sich Ermittlungsdienstmitarbeiter*innen, die in den Themenfeldern „Häusliche Gewalt“ und „Jugendkriminalität“ besonders bürgernah arbeiten.
Auftrag der Polizei
Die Kriminalität hat sich im Laufe der letzten Jahrzehnte verändert, der grundlegender Auftrag der Polizei bleibt jedoch gleich:
- Gefahren für die Bevölkerung abwehren
- Straftaten verfolgen
- Ansprechpartner für die Menschen vor Ort sein
- Der Arbeitsalltag im Streifendienst
Das 4. Polizeirevier ist rund um die Uhr im Einsatz mit der besonders belastenden Arbeitsform des Schichtdienstes in 3 Schichten. Nur so kann die ständige Einsatzbereitschaft gewährleistet werden.
Die Arbeit ist abwechslungsreich und reicht von kleineren Streitigkeiten über Verkehrsunfälle bis hin zu schweren Straftaten. Der Streifenwagen der Schutzpolizei ist bei jedem Einsatz als erstes vor Ort.
Zum Alltag gehören:
- Streifenfahrten und Fußstreifen
- Verkehrs- und Personenkontrollen
- Wahrnehmung von Einsätzen aller Art
- Aufnahme von Strafanzeigen und Spurensicherung
- Umfangreiche Dokumentation der Einsätze
Besondere Herausforderungen im Revierbereich
Jeder Stadtteil bringt eigene Herausforderungen mit sich und hat Orte oder Personen, die polizeilich regelmäßig in Erscheinung treten. Der Stadtteil Gaarden ist aufgrund einiger Besonderheiten auch polizeilich besonders arbeitsintensiv. Mehr als in anderen Stadtteilen findet man dort:
- unterschiedliche kulturelle Hintergründe
- Sprachbarrieren
- Obdachlosigkeit
- Suchterkrankungen
- Schwerpunkte der Polizeiarbeit im Streifendienst
Zu den wichtigen Themen gehören unter anderem:
- Häusliche Gewalt
- Jugendkriminalität
- Drogenkriminalität und deren Auswirkungen auf das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung,
damit im direkten Zusammenhang stehen Eigentumsdelikte im Bereich der Beschaffungskriminalität
Besonders beeindruckt hat uns die Vorführung des Hundeführers und die Ausstattung, die die Beamten tagtäglich für ihre Arbeit benötigen. Allein die schusssichere Weste wiegt ca. 40 kg, dazu kommen noch der Gürtel mit Pistole etc. Dazu ist die etwas leichtere Weste und das Gewehr noch schwer genug und körperliche Fitness gefragt. Nicht genug damit, denn auch mentale Stärke ist notwendig und muss sicherlich erlernt werden, denn nicht immer sind die juristischen Einschränkungen zu verstehen, ohne die Probleme mit nach Hause zu nehmen.
Wir können jedenfalls an alle Senioren vermitteln, dass sie immer und mit allen Problemen ein offenes Ohr bei „ihrem“ Polizeibeamten finden werden.
Herzlichen Dank dafür!

